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Sprechzeiten

Marcel Hentrich

OT Hollenbach,
Landstraße 9

Freitag:
18:00 Uhr bis 19:00 Uhr

Einwohner: 289 Stand 31.12.2015

Ortsteilbürgermeister: Marcel Hentrich

Zur Geschichte von Hollenbach

Erstmals urkundlich erwähnt wurde das Dorf 1262 als Holebach, Holenbach oder Hoylbach. Die Ortsnamen besagen, dass die Siedlung am “Hohlen Bach“ entstanden ist. Die Flurnamen der Gemarkung weisen auf eine waldreiche, sumpfige, von Heideflächen durchzogene Niederung hin. Die heutige Schreibweise Hollenbach findet sich vereinzelt und erstmalig 1566, häufiger zwischen 1626 und 1641, 1790 und 1824 und bleibt danach herrschend. Die Thüringer Ortsnamensforschung setzt im allgemeinen die Siedlungen auf ...bach in die fränkische Kolonisationstätigkeit, also in den Zeitraum 531 bis 800. Die eigentliche Gründung des Dorfes wird verhältnismäßig spät angesetzt und auf das 8. Jahrhundert u.Z. eingeengt. Berücksichtigt man aber die auffallend planmäßige, also späte Anlage Hollenbachs als reines Straßendorf, so scheint es berechtigt, seine Gründung in eine Zeit bis 750 u.Z. zu datieren, in der das Hauptgewicht fränkischer Neubildung gerade in Thüringen lag.

Mit dem Jahre 1262 beginnende urkundliche Überlieferung lässt als älteste Grundherren der Abt von Fulda, sowie die Familie “de Ammera“ und den Kämmerer von Mühlhausen erkennen. 1308 wurde Hollenbach dem Kloster Anrode verkauft. Wahrscheinlich ist das Dorf um 1337 in den Besitz der Stadt Mühlhausen gekommen, als König Ludwig von der Stadt 1.000 Mark borgte. Diese Geldverlegenheit des Königs nutzte die Stadt aus, um Reichsrente zu erwerben (Reichsschultheißensamt, Gerichtsbarkeit, u.a.). Das Dorf hatte also Abgaben an Mühlhausen zu leisten.

Um 1400 waren 13 Landbesitzer, 1418 sogar nur 10 Steuerzahler vorhanden. Auf dem nur mittelguten Boden wurde neben Getreide und Hackfrüchten Flachs angebaut, den man im nahegelegenen Flachswerk Anrode verarbeitete. Der Ortsausgang des Dorfes war im Mittelalter mit einem starkbohligen Schlagtor gesperrt. Auch die übrigen Teile des Dorfes waren gegen Überfälle gut gesichert. Die Reste eines Dorfgrabens sind an der Südseite der Ortslage in den dort gelegenen Gärten noch gut nachweisbar. Die ersten Nachrichten über Zerstörungen und Brände tauchen 1424 auf. Im Februar des Jahres und im August 1429 steckten die Ritter von Hanstein das Dorf in Brand, plünderten und raubten das Vieh. Die Pest der Jahre 1438, 1452, 1463 und 1485 setzte dem Dorf ebenfalls erheblich zu.
Im 17. Jahrhundert versuchte die Stadt, noch mehr aus den umliegenden Dörfern herauszuholen und erhöhte die Abgaben. Wie in anderen Dörfern lehnten sich auch die Bewohner Hollenbachs dagegen auf und es kam zum berüchtigten “Wiener Prozess“.

entnommen dem Dorferneuerungsplan Hollenbach